Das Mittelmeer gilt als das ergiebigste Unterwasser-Museum der Welt. Durch den jahrtausendelangen Handel der Phönizier, Griechen, Römer und Byzantiner versanken geschätzt über 10.000 Schiffe auf dem Meeresgrund – viele davon beladen mit Gold, Kunstschätzen oder unersetzlichen Alltagsgegenständen der Antike.
Einige dieser „verschwundenen Schätze“ wurden durch Zufall wiederentdeckt, während andere bis heute als verschollen gelten:
1. Das Rätsel von Antikythera (Griechenland)
Im Jahr 1900 entdeckten griechische Schwammtaucher vor der kleinen Insel Antikythera das Wrack eines römischen Handelsschiffs aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.
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Die Beute: Neben unzähligen Marmor- und Bronzestatuen bargen die Taucher das Mechanismus von Antikythera – ein komplexes System aus über 30 Zahnrädern, das als der erste analoge Computer der Menschheit gilt und zur Berechnung von Astronomie- und Finsternisdaten diente.
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Was noch fehlt: Archäologen sind überzeugt, dass das Wrack noch nicht vollkommen ausgeräumt ist. Teile des Schiffes liegen unter Erdrutschen im Meer begraben – darunter mutmaßlich weitere Meisterwerke antiker Bronzekunst.
2. Die versunkenen Königsstädte von Aboukir (Ägypten)
Über 1.000 Jahre lang galten die antiken ägyptischen Städte Thonis-Herakleion und Kanopos als reine Legende – ähnlich wie Atlantis. Sie lagen an der Mündung des Nils ins Mittelmeer und versanken im 8. Jahrhundert n. Chr. durch Erdbeben und Verflüssigung des Bodens im Meer.
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Die Entdeckung: Im Jahr 2000 lokalisierte der französische Unterwasserarchäologe Franck Goddio die Städte in der Bucht von Aboukir.
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Der Schatz: Riesenhafte, fünf Meter hohe Granitstatuen von Pharaonen und Göttern, goldener Schmuck, Münzen und Hunderte von Tempelopfergaben wurden geborgen. Große Teile der Städte liegen jedoch immer noch unangetastet unter dem Sediment.
3. Das verschollene Gold der San Giovanni (Italien / Sizilien)
Nicht alle Schätze stammen aus der Antike. Auch aus jüngerer Zeit gibt es mysteriöse Fälle im Mittelmeer:
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Die Geschichte: Während der Napoleonischen Kriege und den Umbrüchen im Mittelmeerraum versanken zahlreiche Transportschiffe mit Soldzahlungen. Vor der Küste Siziliens und Malta vermuten Schatzsucher bis heute mehrere gesunkene Kriegsschiffe aus dem lateinischen und britischen Raum, die Millionenwerte in Form von Gold- und Silbermünzen geladen hatten.
Was du als Mittelmeer-Reisender erleben kannst
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Tauchen zu antiken Wracks: In Ländern wie Griechenland, Kroatien oder Italien gibt es spezielle Unterwasser-Archäologieparks (z. B. der Parco Sommerso di Baia bei Neapel, wo man durch eine versunkene römische Villa tauchen oder schnorcheln kann).
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Museen vor Ort: Die spektakulärsten Funde aus dem Mittelmeer findet man nicht mehr im Wasser, sondern in Museen – etwa im Nationalen Archäologischen Museum in Athen (Antikythera-Schatz) oder in Wanderausstellungen zu Thonis-Herakleion.









